St. Cyriakus Mendig
Die katholische Pfarrkirche St. Cyriakus im Stadtteil Niedermendig bildet ein malerisches Ensemble aus einer kleinen, dreischiffigen Pfeilerbasilika aus dem 12. Jahrhundert und einem neugotischen Kirchenanbau. Die alte Kirche ist dem hl. Cyriakus von Rom, die neue dem hl. Cyriakus und der hl. Barbara geweiht. Kunsthistorisch ist die kleine romanische Kirche bemerkenswert, birgt sie doch im Innern eine unendliche Fülle an Wandmalereien aus dem 13. bis 15. Jahrhundert. Lange Zeit durch Tünche verdeckt, wurden die Fresken erst 1887 wiederentdeckt und freigelegt. Im Jahre 2006 wurden sie grundlegend gesichert und gereinigt. In großer Vielfalt spiegeln die Bilder die Glaubenswelt der Menschen jener Zeit, und sie sind ein seltenes Dokument der Malerei der frühen Gotik am Mittelrhein und in der Eifel, zumal sie sich in einer ehemaligen Dorfkirche befinden. Um 1250 entstand der 6 m hohe Christopherus, der den erwachsenen Christus trägt. Eindrucksvoll ist auch die Darstellung des jüngsten Gerichts über dem Chorbogen.
Die neugotische Kirche, unmittelbar an die alte Basilika angebaut, wurde von dem Kölner Domwerkmeister Vincenz Statz in den Jahren 1852 - 57 erbaut. Ihr Außenkleid besteht aus Mendiger Basaltlava. Von der neugotischen Ausstattung ist nur wenig erhalten. Wertvoll ist der Flügelaltar im Chorraum von 1490, der die Beweinung Christi zum Thema hat. Er stand einstmals in der alten romanischen Basilika.
Der äußere Rahmen des Eingangsportals zur alten Kirche ist aus Tuffstein. Die Knotenschlingen versinnbildlichen die Verbundenheit des Irdischen mit dem Überirdischen. Die mittelalterlich beschlagene Tür besteht aus derben Eichenbohlen.
Blick in den Chorraum (Ein seltsames Bild schmückt die Chorwand. Es zeigt die Kreuzigung Jesu, wobei das Kreuz plastisch dargestellt ist.
Links neben dem Christopherus sehen wir Thomas mit dem Winkelmaß und Lot, Bartholomäus mit dem Schindmesser und seiner Haut sowie Matthias mit Beil.
Auf der Obergadenwand des südl. Seitenschiffs stellt eine Malerei aus dem 14. Jh. den Hl. Nikolaus dar, der einen der getöteten und in einem Salzfass eingepökelten Scholaren wieder zum Leben erweckt.
Hl. Margaretha mit Drachen und Schwert, wie sie im Kerker ihrem himmlischen Bräutigam entgegentritt, die Palme des Sieges über die Gewalt zu empfangen.
Über dem Chor ist das jüngste Gericht dargestellt. Zur Linken des göttlichen Richters werden die Verdammten dem ewigen Höllenfeuer übergeben. Die Gesegneten werden zur Rechten in die ewige Herrlichkeit eingehen.
Rechts neben dem Christopherung sehen wir Philippus der Prediger, Simon der Eiferer mit erhobener Säge und Judas Thadäus mit Schwert und Buch. Oben rechts Jakobus der Ältere.
Gottesmutter mit Jesusknaben im fortgeschrittenen Alter. Der Knabe verlangt nach der Kreuzesblume, welche der Mutter trübe Gedanken bereitet. Die Mutter möchte das Unheil vom Kinde fernhalten.
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Wilfried Mohr
Am Hüttenberg 11
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