St. Georg Niederwerth
Mitten im Rhein, gegenüber von Vallendar und drei Kilometer unterhalb von Koblenz liegen zwei Inseln Niederwerth und Graswerth. Die Rheininsel Niederwerth ist in Deutschland die einzige Flussinsel mit einer Dorfgemeinde. Die Insel Graswerth ist unbewohnt.
Bereits vor dem 13. Jahrhundert lebten auf der Insel Klosterfrauen (Beginen). Im 15. Jahrhundert kamen die Augustiner Chorherren nach Niederwerth. Sie erbauten die bis heute erhaltene spätgotische Kirche und das Kloster, das im 16. Jahrhundert von den Zisterzienserinnen übernommen wurde. Es blieb bis zum Anfang des 19. Jahrhunderts in ihrem Besitz; danach ging es in Privatbesitz über. Die Klosterkirche ist heute eine der besterhaltenen und bedeutendsten Sakralbauten am Mittelrhein. Besonders das Innere des Gotteshauses ist sehenswert. Neben dem mit 13 Bildern geschmückten Hochaltar und den Glasmalereien sind es die beiden Netzgewölbe im Chorraum und im Kirchenschiff, welche von besonderer Bedeutung sind. Die Gewölbemalereien, die 1972 bei Renovierungsarbeiten zum Vorschein kamen, stellen eine Kostbarkeit dar, gehören sie doch zu den besterhaltenen spätgotischen Kirchenausmalungen am Mittelrhein. Bereits ein Jahr nach der Renovierung zerstörte ein Brand in der Kirche die Malereien fast vollständig. Besonders schwer betroffen wurde das Westjoch des Schiffs. Nur ein Fünftel der Malereien waren noch erhalten. Doch eine eingeleitete neuere Restaurierung hatt zum Ergebnis, dass wir heute die prachtvollen Malereien und Schlusssteine wieder bewundern können.
St. Georgskirche vom Friedhof aus ( Das Kirchendach ist geziert mit einem kleinen barocken und einem großen gotischen Dachreiter)
Sakramentsnische (Auf den geschlossenen Türen ist die Verkündigung an Maria dargestellt. Die Malerei stammt vom Jahre 1520. Der Maler ist unbekannt.
Linker Seitenaltar (Oberteil mit der Anbetung des Herrn mit Maria durch den hl. Augustinus. In der Bekrönung der Hl. Hieronymus.
Muttergottes mit der Traube (Die Statue ist 1,70 m hoch und stammt von 1490/1500. Es ist eine hervorragende Arbeit von Tilman van der Burch. Volkstümlich wird das Bildnis "Unsere liebe Frau vom Werth" genannt.
Netzgewölbe im Kirchenschiff über der Empore (Dargestellt sind Kirchenlehrer mit Symbolen der Evangelisten, Engel und Leidenswerkzeuge)
Den Mittelpunkt des Hochaltares bildet eine Folge von 13 Holzreliefbildern aus der Zeit um 1520. Dargestellt sind Szenen aus dem Leben Jesu.
Mittlere Reihe: Geburt Christi, Darstellung im Tempel und Anbetung der drei Weisen aus dem Morgenland.
Ausschnitt aus der Mittleren Reihe: Geburt Christi, Darstellung im Tempel und Anbetung der drei Weisen
Antependium mit farbiger Seidenstickerei (15. Jh.) Zentrale Gestalt ist Maria mit dem Einhorn im Schoß, vor ihr der Verkündigungsengel.
Kontakt:
Wilfried Mohr
Am Hüttenberg 11
56077 Koblenz-Arenberg
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